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 PSA-Test zur Früherkennung des Prostatakrebses

In den letzten Jahren ist es zunehmend modern geworden, die Bestimmung des PSA nicht nur bei verdächtigen Tastbefunden der Prostata, sondern routinemäßig bei der Krebsvorsorge des Mannes anzubieten.

Auf den ersten Blick klingt dies gut, muß aber meines Erachtens kritisch hinterfragt werden.

Vorbemerkung:
Prostatakrebs ist nämlich im höheren Alter beim Manne sehr häufig, hat jedoch zwei deutlich verschiedene Verlaufsformen: In einem kleinen Teil der Fälle verläuft die Erkrankung ziemlich bösartig mit schmerzhaftem Knochenbefall und kann unter Umständen bald zum Tod führen. 

In der Mehrzahl der Fälle schreitet die Krankheit nur sehr langsam voran und macht kaum oder nie Beschwerden. Man muß nämlich wissen, das jeder dritte 80-Jährige Mann einen Prostatakrebs aufweist, von dem er aber in der Regel nichts ahnt, mit dem er lebt, der ihm nie Beschwerden machen wird und an dem er  auch nicht sterben wird.

Das Dilemma ist nun, daß die Behandlung eines Prostatakrebses auf jeden Fall unangenehme Folgen nach sich zieht:  

1.) Impotenz ist fast regelmäßig, kann heutzutage jedoch mit modernen Medikamenten ( z.B. Viagra ) gut behandelt werden.

 2.) Harninkontinenz ( unwillkürlicher Harnabgang ) ist eine ebenfalls recht unangenehme Folge, die nicht zu selten auftritt.

3.) Am problematischsten ist jedoch die Tatsache, daß durch eine positive Bestimmung die betreffenden Männer in ihrer Lebensqualität schwerwiegend und auf Dauer beeinträchtigt sind: Sie sind als Krebspatient stigmatisiert und leben somit ständig mit der möglichen Bedrohung durch Siechtum und Tod.  

Da dies aber nur bei einem kleinen Teil dieser Männer eintrifft, zweifeln viele Mediziner am Sinn einer breiten ungezielten Früherkennung durch die PSA-Bestimmung. 

Leider gibt es heute noch keine sichere Möglichkeit außer der Verlaufsbeobachtung, den schnell verlaufenden gefährlichen Typ des Prostatakrebses, der unbedingt behandelt werden sollte ( nach Prof. Hackethal Raubtierkrebs genannt) von dem viel häufigeren und ganz langsam verlaufenden und anfangs sicher nicht behandlungsbedürftigen harmlosen Typ (Haustierkrebs) zu unterscheiden.

Kürzlich haben aber übereifrige Juristen bzw. Richter in Deutschland einen Hausarzt verurteilt, weil er diesen problematischen PSA-Test nicht empfohlen hatte! Daher muß ein Arzt diese Ausführung machen, um sich nicht strafrechtlicher Verfolgung auszusetzen - deutsche Juristen betrachten ärztliches Handeln nämlich entgegen aller Logik als Körperverletzung.  

Meine persönliche Meinung:
Solange nicht durch klare Studien erwiesen ist, daß die ungezielte PSA-Bestimmung eine deutliche Senkung der Sterblichkeit an Prostatakrebs bewirkt und nicht nur manche Männer unnötig auf Jahre in Angst und Schrecken versetzt, von den anderen oben genannten Nebenwirkungen ganz zu schweigen, möchte ich den PSA-Test zumindest nicht unkritisch empfehlen, sondern eine individuelle Beurteilung durch den Patienten favorisieren.

Nicht vergessen werden darf auch, daß ein erhebliches finanzielles Interesse von Seiten der Laborfirmen und Laborärzte besteht, da dieser Test nicht billig ist und vom Patienten selbst bezahlt werden muß.

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Dienstag, 16. März 2010

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